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6. März 2026

Von Robotern, Soldaten und dem Faktor Mensch

«Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.» So beschrieb der griechische Philosoph Heraklit im fünften Jahrhundert vor Christus die rohe Kraft des Krieges.

Das Urteil klingt zynisch angesichts des menschlichen Leids, das Kriege mit sich bringen. In westlichen Ländern wurden zwar Rüstungsausgaben bis vor wenigen Jahren als «Vater» von Innovationen analysiert, der Zusammenhang zu einem tatsächlichen Krieg war aber lose. Mit der russischen Grossinvasion der Ukraine vor vier Jahren änderte sich dies jedoch.

Beklemmend wirken die Ausführungen von Waleri Saluschni, der einst höchster Militärkommandant der Ukraine war, jetzt Botschafter in Grossbritannien ist und als potenzieller ukrainischer Präsident gehandelt wird. Saluschni beschreibt in einer Rede in London wie der technische Fortschritt zu einer tiefgreifenden Transformation aller militärischen Bereiche führt – zu Wasser, zu Lande, in der Luft, im Weltraum und im Cyberspace; angetrieben durch eine schnelle Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz (KI).

Das Schlachtfeld ist laut Saluschni vollständig transparent geworden. Dies hat zur Schaffung einer robotergesteuerten Todeszone geführt, die sich heute über mindestens 25 Kilometer erstreckt. Es handle sich bereits um einen «Krieg der Roboter». Drohnen ersetzten Menschen, wo immer dies möglich sei. Roboter haben auch bereits menschliche Soldaten gefangengenommen. Diese technische Aufrüstung führt auch zu einem Abnützungs- und Stellungskrieg, in dem sich die gegnerischen Seiten lähmen.

Saluschni kommt im Stile eines nüchternen Managers zu einem überraschenden Schluss: So seien die Humanressourcen auch in einem solchen Krieg die wertvollste Ressource, weil ihre Wiederherstellung viel Zeit in Anspruch nehme – viel mehr Zeit als die Produktionszyklen für Waffen. Der Ersatz von Soldaten durch Roboter ist vor allem in Ländern mit einer sinkenden oder alternden Bevölkerung naheliegend und im Kriegsfall erforderlich. Die Produktivität im Kriegshandwerk nimmt zu. Wichtig werden dann die industriellen Fertigkeiten und sichere Lieferketten.

Die martialen Ausführungen finden ihren Widerhall in der rein ökonomischen Diskussion. Vor kurzem hat ein Analystenbericht von Centrini Research für Aufregung und hitzige Diskussionen gesorgt. «Durch KI-Agenten, die weder schlafen noch krankheitsbedingt ausfallen oder krankenversichert sein müssen», steigert sich in Zukunft die Produktion. Arbeitsangebot und Güter gibt es dann laut der Analyse im Überfluss. Was jedoch fehlt, ist die Nachfrage, weil die Menschen keine Jobs und keine Einkommen haben. Die Wirtschaft wird obsolet.

Dies ist eine extreme Sicht und Grundlage vieler Schauermärchen. Aber auch das Schlaraffenland beruht darauf, dass uns die Arbeit ausgeht. Die Darstellung ist übertrieben mit einem wahren Kern: Neue Technologien führen häufig dazu, dass Güter und Dienstleistungen günstiger werden; Technologien wirken deflationär. Die Gesellschaft wird insgesamt reicher, es kann aber auch in eine Stagnation mit weniger Beschäftigung und Wirtschaftsleistung kippen.

Ob KI zum Vater (oder Mutter) aller Dinge wird, muss sich noch zeigen. Wenn die Vergangenheit aber ein Hinweis für die Zukunft ist, dürfte klar sein, wie mit Fiskal- und Gelpolitik auf eine mögliche Deflation und Stagnation (über)reagiert werden würde: Die Wirtschaft wird mit Geldspritzen stimuliert wie während der Finanzkrise oder der Pandemie. Soweit ist es aber nicht.

Durch KI wird es neue Gewinner und Verlierer geben, neue Geschäftsmodelle entstehen, alte verschwinden. Die Wirtschaft wird nicht obsolet, sie verändert sich aber. Nachfrage, Bedürfnisse und Tätigkeiten werden uns nicht ausgehen. Was jedoch ungewöhnlich ist, ist die Geschwindigkeit des Wandels in Kombination mit wenig vorhersehbaren Folgen. Exemplarisch zeigt dies Saluschni mit seinen Überlegungen zu einem «modernen» Krieg und zur Ressource Mensch auf.

 

Gerald Hosp

 

Bild: Shutterstock


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