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6. November 2026

Grafik des Monats: Wie die Löhne ansteigen

Irgendwie hat man immer weniger Geld im Portemonnaie. Das ist zumindest das vorherrschende Gefühl. Aber stimmt das? Um das zu überprüfen sind die zwei relevanten Faktoren Inflation und die Zunahme des Nominallohnes, zusammen ergeben sie den Reallohn.

Die Reallöhne wachsen nicht überall in Europa, weil die Preise teilweise stärker steigen, als die Löhne. In Liechtenstein wachsen die Reallöhne aber durchaus. Zehn Prozent nahmen sie zu, wenn man die Periode von 2010 bis 2022 anschaut. Unter anderem hat das damit zu tun, dass die Inflation relativ niedrig ist im Frankenraum. Auch die Schweiz blickt mit 12 Prozent auf einen moderaten Lohnzuwachs in diesem Zeitraum zurück.

In einem internationalen Vergleich steht Liechtenstein nicht schlecht da. Innerhalb des EFTA-Länderverbunds ist Liechtenstein auf Platz drei: Island führt die EFTA mit einem starken Wachstum von 52 Prozent an. Hier wirkten besonders die starken Gewerkschaften und eine wachsende Wirtschaft im beobachteten Zeitraum. Norwegen ist das Schlusslicht mit 6 Prozent. Nicht nur in Italien und Deutschland, sondern in acht weiteren EU-Ländern ist der Reallohn sogar gesunken. Es gibt auch Länder mit starkem Reallohnwachstum: Polen, aber auch Lettland (ein Plus von 150 Prozent!) oder Rumänien und Ungarn haben von einem niedrigeren Niveau aus zugelegt.

Zusammengefasste Zahlen zeigen nie die ganze Geschichte. In der Liechtensteiner Industrie sind gemäss Amt für Statistik die Reallöhne stärker angestiegen (14 Prozent) als im Dienstleistungssektor (6 Prozent), und auch nicht alle Güter wurden gleichermassen teurer. Die Preise von IT-Geräten, gemessen am Schweizer Landesindex der Konsumentenpreise, sind im Zeitraum 2010 bis 2022 nur wenig angestiegen (um 55 Prozent), während Wohnen und Energie teurer geworden sind (um 13 Prozent). Die Metallbauerin, die gerne Fernseher und Laptops kauft und wenig unterwegs ist, hat es also leichter als der Banker, der gern grossflächig wohnt.

 

Theresa Goop


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