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2. Oktober 2026

Grafik des Monats: Gesetzlich gebunden

Beim Land machen die Ausgaben für Förderungen 45 Prozent des betrieblichen Aufwands aus, bei den Gemeinden ist dies geringer. Wenn man tiefer blickt, wird zudem fast jeder fünfte Franken des betrieblichen Aufwands aus den Gemeindekassen direkt oder indirekt ans Land gezahlt. Der Grund: Der Grossteil der Förderungen ist gesetzlich vorgeschrieben.

Der Personalaufwand in Kindergärten und Primarschulen, die stationäre und ambulante Pflege, wirtschaftliche Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen werden zu 50 Prozent von den Gemeinden finanziert. Dazu kommen Beiträge an Kultur- und Sportvereine, verschiedene private Institutionen und die Finanzierung einzelner Projekte. Die Palette der Fördergelder ist gross, der Handlungsspielraum der Gemeinden klein.

Ausgaben des Staates betreffen die Gemeinden oft direkt. Im Jahr 2025 waren insgesamt knapp 70 Prozent der Beitragsleistungen von Gemeinden direkte oder indirekte Transfers an das Land für gemeinsam finanzierte Aufgaben sowie an den Entsorgungszweckverband. Bei den meisten Gemeinden war der Anteil 65 bis 81 Prozent, in Vaduz waren es nur 53 Prozent, aufgrund von höheren Ausgaben im baulichen Unterhalt in der Kategorie «Rest».

Nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber finanziell gewichtig, sind die Förderungen der Energiesparmassnahmen. Die Ausgaben haben sich zwischen 2016 und 2025 verdoppelt (Ruggell und Gamprin), verdrei- bis vierfacht (Balzers, Triesen, Triesenberg, Planken, Eschen und Mauren) oder gar versiebenfacht (Vaduz, Schaan und Schellenberg).

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 7,3 Prozent aller Beitragsleistungen der Gemeinden für Energiesparmassnahmen eingesetzt. Im Jahr davor waren es mit 8,2 Prozent noch mehr. Die Förderungen sind seit 2019 im vergangenen Jahr erstmals gesunken. Die meisten Gemeinden verdoppeln die Landesförderungen auf freiwilliger Basis.

Dabei sind genau diese Landesförderungen nicht effizient: Die Hälfte der ausgezahlten Beiträge dürften keine zusätzliche Wirkung erzielen, weil die Massnahmen zu einem hohen Anteil auch ohne finanzielle Unterstützung umgesetzt würden. Das Geld könnte effizienter eingesetzt werden: durch eine technologieneutrale und flexible Förderung. Noch besser wäre es, die CO2-Emissionen zu bepreisen. Dabei hängt Liechtenstein aber von der Schweiz und den EWR-Bestimmungen ab. Weil Staats- und Gemeindeaufgaben verzahnt sind, würden sich solche Effizienzsteigerungen auf beiden Ebenen auszahlen.

Theresa Goop


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