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6. Februar 2026

In der Falle des Nullsummen-Denkens

Wer kennt nicht die Situation: Das Lieblingsrestaurant ist seit langem ausgebucht, am Geburtstagsfest schnappt einem die Grosstante das letzte Stück des Kuchens weg, und beim Kartenspiel hat die Gegnerin wieder alle Trümpfe in der Hand. Diese Situationen spiegeln ein sogenanntes Nullsummen-Spiel: Der Gewinn des einen ist zwingend der Verlust des anderen. Der Kampf um Ressourcen führt in dieser Sichtweise unweigerlich zu einem Verteilungskampf.

Wenn sich aus der Wahrnehmung, dass die eigenen Nachteile auf Vorteilen für andere beruhen, eine Weltsicht formt, heisst dies Nullsummen-Denken. Ein solches ist weit verbreitet: So muss der amerikanische Präsident Donald Trump Grönland unbedingt «haben», auch wenn die USA die Insel im Eis bereits militärisch nutzen und auch Rohstoffe abbauen könnten, wenn es sich denn lohnte. Wenn ein Land vom Aussenhandel profitiert, müssen in der Gedankenwelt von Protektionisten andere verlieren. In ähnlicher Weise stehlen Ausländer oder Künstliche Intelligenz den Inländern die Jobs.

In der Ökonomie herrscht hingegen die Überzeugung vor, dass Marktwirtschaft und Tauschhandel auf längere Sicht für beide Seiten vorteilhaft sind: ein Positivsummen-Spiel. Oder anders gesagt: Der Kuchen wird grösser, wenn man miteinander handelt und kooperiert. Mehrere ökonomische Studien lassen jedoch die Alarmglocken läuten: Laut einer Forschungsgruppe um die Harvard-Professorin Stefanie Stantcheva ist in vielen reichen Ländern das Nullsummen-Denken bei jüngeren Generationen ausgeprägter als bei älteren. Stadtbewohner hängen einer solchen Weltsicht mehr nach als Leute in ländlichen Gegenden – womöglich wegen der Konkurrenz um Wohnungen und Jobs.

Sind Liechtenstein und die Schweiz Inseln der Seligen? Eine Studie aus der Schweiz lässt daran zweifeln. Der Nachbar ist zwar wohlhabend und verhältnismässig «wirtschaftsfreundlich». Und dennoch sind 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung davon überzeugt, dass Wohlstand für manche nur geschaffen werden kann, wenn andere verlieren, wie die Studie der Universität Basel zeigt. Zumindest ein Drittel glaubt daran, dass Wirtschaftswachstum allen hilft. Eines zeigen die Studien aus: Nullsummen-Denken ist nicht an eine bestimmte Partei oder politische Ausrichtung gebunden. Die Entwicklung ist jedoch politisch relevant.

Wer daran glaubt, dass das System Eliten und Reiche bevorteilt, neigt mehr dazu, für Umverteilung zu stimmen, wie eine weitere Studie belegt. Personen mit einer stärkeren Nullsummen-Überzeugung unterstützen weniger die Marktwirtschaft, sind in geringerem Masse von einer Leistungsgesellschaft überzeugt und fordern eher protektionistische Massnahmen, eine restriktive Zuwanderungspolitik und höhere Steuern für Reiche. Eine solche Wagenburgmentalität lässt sich in populistischer Manier von beiden Seiten des politischen Spektrums ausnutzen. Mit der Folge: weniger Zusammenhalt, mehr Verteilungskampf.

Wie stark ein Nullsummen-Denken vorherrscht, hängt von eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen ab: Stagniert die Wirtschaft? Wie sehen die Zukunftsaussichten aus? Lohnt sich Leistung überhaupt, oder sind Beziehungen und Glück bestimmend? Diese Einstellung führt auch in reichen Ländern wie Liechtenstein zu einem Teufelskreis. Gegen Wachstumsmüdigkeit und schwindenden Chancen wird häufig Geld eingesetzt, um Probleme zu übertünchen, was aber nur die Ansprüche an den Staat erhöht. Ein Gegenmittel zu dieser Weltsicht sind robustes wirtschaftliches Wachstum, intakte Möglichkeiten zum Aufstieg, Innovationswille und, ja, Optimismus.

Gerald Hosp


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